produziert von PIONIERFILM GmbH
00:00:01: In
00:00:04: der Krise beweist sich der Charakter.
00:00:09: Aus den Steinen, die einem in den Weg gelegt werden kann man etwas
00:00:12: Neues bauen.
00:00:15: Herzlich willkommen zu einer neuen Podcastfolge der Reihe Restart zur Sanierung von Unternehmen wie immer mit Gerhard Müller.
00:00:21: Hallo Gerhard!
00:00:22: Hallo Martin schön wieder dabei sein zu können.
00:00:24: Genau wir hatten eine kleine Pause im zweiten Halbjahr und haben uns gekönnt aber viel Elan und vielen Folgen, vielen tollen Folgen hoffe ich auch jetzt in sechsundzwanzig weitermachen.
00:00:37: Wir haben einen ganz interessanten Gast heute Jan Dietz das Unternehmensberater von der Firma Ökonos GmbH aus Dettingen.
00:00:45: Hallo Jan freut mich dass du bei uns bist heute.
00:00:47: Hallo Martin!
00:00:47: Vielen Dank für die Einladung.
00:00:49: Lieber Jan Du kommst als Unternehensberat viel im Südwesten rum Wobei die Themen glaube ich die wir dort haben auch in anderen Teilen des Landes eine Rolle spielen und ähnlich sind.
00:00:57: Was siehst du dort, in welchem Zustand ist die mittelständische Wirtschaft?
00:01:01: Also nach meiner Einschätzung ist die doch schlechter als gedacht.
00:01:04: Gerade im Bereich Maschinenbau wo wir stark unterwegs sind der ja auch massiv an der Automobilwirtschaft hängt.
00:01:11: Passiert gerade einfach ein Ausbluten so langsames.
00:01:14: Die Unternehmen haben ständig noch in der Vergangenheit einen guten Speck gehabt von dem man zähren konnte und er ist jetzt weg.
00:01:20: Ja Und ich sehe da immer vermehrt halt Liquiditätsschwierigkeiten.
00:01:24: Es ändern sich die ganzen Rahmenbedingungen rundherum wie Zahlungsziele beispielsweise auch von den eigenen Kunden.
00:01:30: Und das macht den Unternehmen zu schaffen und es gibt da wenig bis keine Rezepte dagegen, dass ist zumindest meinen Eindruck.
00:01:37: Ist es nur der Maschinenbau oder sind auch andere Branchen betroffen?
00:01:41: Also es
00:01:41: ist hauptsächlich der Maschinenbau.
00:01:42: gut ich bin auch vielen in dem Bereich unterwegs aber alle Bereiche die quasi neue Geschäftsmodelle eher verfolgen sind es zumindest mal aus meiner Sicht weniger betroffen weil sie vielleicht auch ein anderes Mindset haben die Leute.
00:01:54: Was meinst du mit neuen Geschäfts-Modellen neuen Ansätzen?
00:01:57: Naja, also ich habe auch selber einige Beteiligungen und beispielsweise im Bereich der IT-Programmierung künstliche Intelligenz.
00:02:04: Da sind sehr, sehr clevere junge Leute die sich natürlich auch ohne Material einsetzen.
00:02:09: Sie haben nur Personalkosten.
00:02:11: diese Unternehmen, die sich da sehr wacker schlagen und genau das tun was wir gerade ja brauchen im Land erst nach Innovationen zu schauen.
00:02:18: Die tun sich leichter.
00:02:20: Also
00:02:20: jenseits von Produktion oder eher Richtung Dienstleistung in IT Das ist etwas, was besser läuft.
00:02:27: Warum besteht nicht die Möglichkeit jetzt gegenzusteuern?
00:02:30: Woran hängt das, dass die Traditionsunternehmen vielleicht aus dem Maschinenbau-Sektor sich entsprechend anpassen können und verändern können?
00:02:40: Was ist da die Ursache?
00:02:41: Also
00:02:41: meine Meinung ist es gibt diesen Spruch der Fischdingnehmer vom Kopf her und das stimmt schon ein Stück weit.
00:02:47: Die oft Eigentümer geführten Firmen ... die sind auch sehr stark ausgerichtet auf ihren Eigentümer.
00:02:52: Und wenn jetzt hier beispielsweise ein Management eine Entscheidung trifft, und das erlebe ich ganz häufig... ...und dann der Eigentühmer kommt und sagt, ähm, möchte ich eigentlich so nicht,... ...dann ja dann quatscht er ja dem Geschäftsführer rein.
00:03:03: Ja, ist de facto!
00:03:04: Und dieses Spannungsfeld, das findet sich häufiger als gedacht, gerade auch bei GmbH's wo ja da Geschäftsführer in der Regelweisung gebunden ist.
00:03:13: Da erleb' ich es ganz oft dass man eben am alten festhalten will weil es früher erfolgreich war.
00:03:19: Und das glaube ich tut auf Dauer nicht gut.
00:03:22: Der Eigentümer möchte natürlich bewahren und auch schützen, hat natürlich auch Angst davor dass jede Veränderung vielleicht ihn dann tangiert.
00:03:28: aber ich glaube es besteht eine gewisse Einseitigkeit
00:03:31: gerade.
00:03:31: Also fehlt der... Blick für Strategie, es wird keine richtige Analyse gemacht.
00:03:35: Woran die Probleme liegen und weil.
00:03:38: das ist ja die Voraussetzung dafür dass ich dann im zweiten Schritt mal überlegen kann was man ändern muss?
00:03:42: Weil man sich auch nicht ehrlich machen möchte.
00:03:44: oft, weil es ist ja oft wenn ich halt selber in gewisser Weise Schuld oder Teil des Problems bin, dann möchte ich nicht gesagt kriegen, dass ich Teil des problemes bin.
00:03:52: Und das ist der erste Schritt in jeder Strategiefase erst einmal eine Sachstandsanalyse und wenn die halt bitter ist oder sagen wir etwas unangenehm ausfällt, dann mag das da einen oder anderen nicht gern hören
00:04:02: So nach dem Motto, ja wir haben jetzt momentan eine Auftragsdille.
00:04:06: Das ist ein zeitlicher Effekt.
00:04:07: das wird sich schon wieder ändern Hatten wir früher auch schon und die Kunden werden schon wiederkommen, die haben vielleicht jetzt gerade ein Investitionsstau.
00:04:16: Und dann wird es wieder beauftragt?
00:04:18: Ja das ist so ein bisschen Prinzip Hoffnung!
00:04:20: Wir ducken uns jetzt bis die Welle über uns weggeschwappt ist und dann geht's schon weiter.
00:04:24: Ich glaube alle hier glauben dass es eben eine andere Art von Welle ist als die die vielleicht wo das früher funktioniert hat.
00:04:29: Das ist tatsächlich die Welli überein wegschwappen.
00:04:31: aber wir haben jetzt einfach mit grundlegenden Umbau der ganzen Wirtschaft zu tun.
00:04:37: an dieser Stelle Da sind einfach die Rahmenbedingungen anders und die alten Rahmenbedingerungen kommen wahrscheinlich nicht wieder.
00:04:42: Das
00:04:43: ist so!
00:04:43: Also wir haben ja keine Chronyum-Torelle-Delle im Moment, wir haben eine Strukturelle... Und es ändert sich ganz viel um uns herum und wir sind ja leider Gottes in Deutschland auch nicht besonders anpassungsfähig, was das angeht.
00:04:54: Also alle um uns herum scheren sich wenig um.
00:04:57: Regulatorisch werden wir da ja obsessiv damit umgehen und das auch ausleben – und das hilft natürlich niemandem!
00:05:04: Ja wenn sich der Chineser oder wer auch immer unser Wettbewerber ist dann nicht drum schert, hat er einen Wett bewerbsvorteil.
00:05:10: Wenn wir an diesen Dingen festhalten, dann ja... verlieren wir einfach Geschwindigkeit und die anderen bauen welche auf.
00:05:16: Aber es ist ja nicht nur regulatorisch, also wenn man so drauf schaut kann man vielleicht sagen das was die Stärke des Mittelstands war über fünfzig Jahre dass man Kurs gehalten hat, dass man nicht seine Fahne in den Wind gehängt hatte, sondern wir machen da weiter an der Richtung.
00:05:29: das können wir da immer gerade aus.
00:05:31: Das wird jetzt möglicherweise zu dem strukturellen Nachteil nämlich jetzt immer noch geradeaus fahren obwohl ich eigentlich nicht mehr geradeausfahren kann.
00:05:40: Dann funktioniert diese Art, sein Geschäft zu leiten und zu managen nicht mehr.
00:05:45: Kurs halten ist ja per se jetzt nichts Schlechtes.
00:05:48: wenn das Ziel stimmt Und das Ziel muss er vielleicht mal angepasst werden Was müsste denn ganz konkret getan werden um eine Anpassung an die strukturellen Änderungen durchzuführen?
00:06:00: Das ist ne sehr gute Frage.
00:06:01: also ich glaube es beginnt mit dem ehrlich machen Mal zu gucken wo sind wir gut Wo sind wir wirklich auch schlecht?
00:06:07: das mag nämlich niemand hören und dann halt zu schauen, was braucht es in der Zukunft?
00:06:11: Und diese Leute sich dann auch... Also entweder die im Unternehmen aufblühen zu lassen.
00:06:15: Das ist das eine oder sie auch reinzuholen in die Unternehmen.
00:06:19: Es ist keine Frage, die sich mit wenigen Punkten beantworten lässt.
00:06:22: Also meine Erfahrung ist die es liegt nicht nur an einem Ding.
00:06:25: Es liegt immer ein Zusammenspiel von ganz vielen Kleinigkeiten und das kann man unter dem Begriff Kultur ein Stück weit subsumieren.
00:06:33: Und da ist es einfach auf Franz-Gemäß sehr schwierig die zu ändern weil das ja so ein Ökosystem ist wo sich alle bisher wohl gefühlt haben.
00:06:38: und jetzt müssen sie auf einmal aus dieser Wohlfühlzone raus und da ist erstmal jeder der was anderes machen möchte ein Störendfried.
00:06:45: Und der wird dann auch in so Organisationen, die schaffen das dann den dazu entschernen wieder.
00:06:50: Raus zu morgen ist vielleicht zu viel gesagt aber da habe ich schon oft erlebt dass gute Leute entnervst wie er gegangen sind die man reingeholt hat weil sie einfach mit der Gesamtgemengelage im Unternehmen nicht klar kam und die Organisation sich gut gewährt hat gegen jede Neuerung.
00:07:03: Das heißt, die Veränderung bleibt ein Lippenbekenntnis und sobald es an die konkrete Umsetzung geht setzt der Widerstand ein.
00:07:10: Und zwar nicht nur von der Basis sondern auch ganz oben vom Seiten des Gesellschafts
00:07:15: aus.
00:07:15: Auch das habe ich schon erlebt.
00:07:16: also ich hab schon erlebt dass Aufsichtsräte neu in Unternehmen gekommen sind, die dann Fragen stellen in den Aufsicherheitssitzungen und ja wird dann so ein bisschen beschwichtigt.
00:07:27: Das kriegen wir schon hin, das haben wir früher auch schon so gemacht den Manager halt mit Ausreden durchkommen.
00:07:35: Also es ist ja eigentlich das Sinn und Zweck eines Aufsichtsrats, nachzubrohren und nachzufragen und sich ein unabhängiges Bild zu machen.
00:07:42: Und da bringt's halt nix.
00:07:42: wenn dann der Vorstand vom Eigentümer in Schutz genommen wird ne?
00:07:45: Der macht das schon gut.
00:07:47: Das richtig!
00:07:47: Dann hat man´s als Aufsichtsschwer.
00:07:49: Ja und dann haben halt neue Ideen keine Chance oder neue Sichtweise darauf.
00:07:53: denn eins ich glaube wir alle sind hier in dem Bereich, also viel unterwegs.
00:07:57: Ganz, ganz häufig sind es doch Managementfehler eigentlich die hinter der Krise liegen.
00:08:01: Es ist eben nicht gottgegeben die Schwierigkeiten sondern das ist klar es gibt manchmal so Marktanpassungen und soweit er sind Themen für die ich nichts kann.
00:08:09: aber für achtzig Prozent der Themen die könnte man besser machen Und
00:08:13: ich möchte mein Bild bemühen ein anderes Das ist eine Krankheitseinsicht.
00:08:16: also wenn ein Alkoholkranker ja nicht sagt Ich bin alkoholkrank ich brauche Hilfe Kann man dem nicht helfen?
00:08:22: Und so ist mit dem Unternehmen auch Wenn den Unternehmenschef sagt wir sind gar nicht krank oder der Aufsichtsrat, du wär auch immer die Eigentümer Chef.
00:08:29: Dann wird man denen nicht helfen können weil die natürlich sagen wir sinken ja nicht!
00:08:33: Wir sind ja gern gesund.
00:08:34: und dieser Selbstbetrug den seh ich relativ häufig
00:08:37: leider.
00:08:38: Ja das ist ein schwieriges Thema und kein schöner Befund aber ich glaube da müssen wir einen anderen mal noch mal detaillierter darüber sprechen.
00:08:44: was wenn man da tun kann spannend mit dir zu sprechen Jan und ich freue mich auf die nächsten Podcast bei dir.
00:08:50: Vielen Dank.